Bezirks-Imkerverein 1864 Triberg / Schwarzwald e.V.
Schonach - Schönwald - Triberg - Nußbach - Gremmelsbach

Höhepunkt ist der süße Honig direkt aus der Schleuder

Einen "Tag der offenen Tür" anlässlich des Tages der Deutschen Imkerei boten die Mitglieder des Bezirks-Imkervereins Triberg an ihrem Lehrbienenstand im Lindengrund am Sonntag an.

Bei den Imkern dürfen Besucher auch selbst Hand anlegen, während der Vorsitzende Helmut Finkbeiner (Zweiter von links) mit Erklärungen zur Seite steht. Fotos: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Am Vormittag hatte es lange so ausgesehen, als könnte der "Tag der offenen Tür" im Lindengrund hoch droben an der Retsche gar nicht stattfinden. Doch am Ende war es zwar kühl, jedoch zumindest die meiste Zeit trocken. Dennoch ließen die Besucher lange auf sich warten und kamen sehr dosiert, dabei hatten die Imker und ihr Vorsitzender Helmut Finkbeiner für jeden Besucher etwas Passendes im Angebot – vor allem ein Miniglas mit dem Leckersten, was ihre in "Massentierhaltung" lebenden Tierchen zu bieten haben, dem goldfarbenen Honig.

 

Wer aber kam, der konnte erleben, wie der Honig direkt aus den Rähmchen geschleudert wurde – und konnte auch direkt aus der Zentrifuge den leckeren Honig schlecken. Wer sich für die Bienenzucht und das Leben der Bienen im Alltag interessierte, bekam ausführliche Aufklärung von Helmut Finkbeiner und seinen Helfern. Besonders aufmerksame Zuhörer waren dabei Eltern mit Kindern.

Ernte beim Fichtenhonig diesmal recht ordentlich

Der Vorsitzende erklärte, dass der Honig aus Blüten sowie von Läusen auf Fichten oder Tannen stammt – das ist der berühmte Honigtau. In diesem Frühjahr sei die Ernte beim Fichtenhonig recht ordentlich ausgefallen, leider sei wegen der herrschenden Kälte und Feuchtigkeit derzeit nicht viel mehr drin.

Achtung bekamen die Zuhörer vor der Leistung der kleinen Hautflügler, die den Nektar aus den Pflanzen und den Honigtau in den Stock tragen und ihm dann durch heftiges Flügelschlagen die Feuchtigkeit entziehen, damit er haltbar wird.

"80 bis 90 Prozent Feuchtigkeit enthält der Honig, die Bienen trocknen ihn herunter bis höchstens 20 Prozent, bevor sie ihn verdeckeln", betonte Finkbeiner. Das Ergebnis führte er den Besuchern vor: reifen, "gedeckelten" Honig in den Rähmchen.

Imker arbeiten ohne Schutzkleidung

Mit einem speziellen Gerät, der Entdeckelungsgabel, entfernen die Imker die Wachsschicht von den Zellen, anschließend kommen die Waben in die Honigschleuder. Durch die Zentrifugalkraft wird der Honig an die Innenwand geschleudert, er fließt auf den Boden und aus einer Öffnung samt Sieb in einen Eimer. Höhepunkt der Führung war natürlich, als die Jungen und Mädchen den leckeren Honig dann direkt aus der Schleuder auch probieren durften. Staunen herrschte bei den Erwachsenen, dass die Imker die Waben ohne große Schutzeinrichtung aus dem Bienenstock nahmen, ohne gestochen zu werden – die Rasse "Carnica" gilt als ausgesprochen friedfertig.

 

Helmut Finkbeiner ist wieder im Amt

 

Helmut Finkbeiner ist wieder Vorsitzender des Bezirksimkervereines 1864 Triberg. Einstimmig wurde er in der Hauptversammlung ins Amt gewählt.

Optimistisch schauen die neu gewählten Mitglieder des Vereinsausschusses und des Vorstandes auf die kommende Vereinszeit (von links): Karl-Heinz Zähringer, Christian Brinkhus, Holger Wild, der Geehrte Manfred Muckle, Mario Ferdani, Helmut Finkbeiner und Rainer Buderath. Foto: Bolkart Foto: Schwarzwälder-Bote

 

Im Juni 2016 hatte er den Vorsitz zur Verfügung gestellt, sein Stellvertreter Marco Kimmig leitete seitdem den Verein kommissarisch.

Der Wahl ging ein intensiver Entwicklungsprozess voraus, wie Kimmig betonte. Denn eine Findungskommission befasste sich nicht nur mit der Suche allein, sondern auch mit neuen Vereinsstrukturen und einer Aufgabenaufteilung.

 

 

 

 

"Auch wenn du alle Unterstützung kriegst, du bist immer der erste, der zum Telefon greift", beschrieb Kimmig seine Absage für den Vorsitz. Veränderte Strukturen, neu definierte Zuständigkeiten und eine deutliche Erweiterung der Mitglieder im Vereinsausschuss soll dem künftig Rechnung tragen. Ein Vorstandsteam, darauf wies Marco Kimmig die Versammlung hin, hätte eine Satzungsänderung bedeutet.

Die neuen Strukturen sollen die Kommunikation und das Miteinander stärken, außerdem soll sich dadurch der Informationsfluss verbessern, nannte er als Vorteile. Jederzeit könnten im Bereich der Zuständigkeiten Änderung vorgenommen werden und bei den Vereinsmitgliedern Unterstützung erbeten werden.

Rainer Buderath, Mario Ferdani, Karl-Heinz Zähringer, Volker Nägele und Harald Wild übernehmen, zusätzlich zu den Vorstandsmitliedern Mitgliedern Zuständigkeiten und wurden einstimmig in den Vereinsausschuss gewählt.

Den Platz von Eugen Schneider, der sich aus dem Vereinsausschuss zurückziehen möchte, nimmt Christian Brinkhus ein. "Insgesamt haben wir alles im Team gemacht", erklärte Helmut Finkbeiner, "das soll so weiter gehen". Er appellierte daran, miteinander offensiv und ehrlich den Dialog zu pflegen. Insgesamt eine ordentliche Kassenführung und eine positive Bilanz des letzten halben Jahres komplettierten die Regularien. "Gut, dass was Neues angeleiert wurde", lobte Bernd Walter die Veränderungen. Seinem Antrag auf Entlastung folgte die Versammlung einstimmig.

Für 50-jährige Vereinszugehörigkeit zeichnete er Manfred Muckle aus. Mückle erhielt ebenso die Landesehrennadel in Silber für seine 20-jährige Zugehörigkeit beim Landesverband Badischer Imker.

Konrad Brugger und Gottfried Nagel zählen seit 30 Jahren zu den zuverlässigen Vereinsmitgliedern, außerdem wird Nagel die Landesehrennadel in Gold für seine 30-jährige Zugehörigkeit im Landesverband erhalten. Manfred Kaiser und Angie Nock gehören seit 20 Jahren zu der Imkergemeinschaft.

 

 

 

Die bei der Hauptversammlung Geehrten und die Gewählten des Bezirskimkervereins Triberg (von links): der wiedergewählte   Kassenprüfer Josef Kuner,  Michael Bürkle, aktiver Beisitzer, Karl Volk, Ehrenmitglied und  Verfasser der Chronik, Fritz Finkbeiner,  der seit 20 Jahren Mitglied ist,   Bürgermeister Gallus Strobel  als Vertreter der Stadt Triberg und Mitglied der Findungskommission, Ehrenmitglied Helmut Finkbeiner,  der neue Kassenprüfer Hansjörg Becherer,  der kommissarische  Vorsitzende Marco Kimmig,  der Kreisvorsitzende Bernd Möller und Sabine Schwäble (vorne), wieder gewählte Kassiererin und neues Ehrenmitglied. Foto: Volk 


Diese Hauptversammlung des Bezirksimkervereins Triberg im Hotel Bären war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Dies gilt selbst für die klimatischen Bedingungen des vergangenen Jahres.

Raumschaft Triberg. Der Vorsitzende Helmut Finkbeiner hatte eine "enorme" Sommer- und Herbsttrockenheit festzustellen, die die Tracht einschränkte, und dann waren die Wintertemperaturen so hoch, dass die Bienen um Weihnachten selbst in Höhenlagen schon Haselnusspollen eintragen konnten, was außer jeder Regel die Bruttätigkeit anregte. Warm war der Winter, aber umso länger hielt er an, weshalb ihn durchschnittlich 25 Prozent der Völker nicht überlebten.

Gekennzeichnet war das Imkerjahr auch durch Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Schonacher Weihnachtsmarkt und dem Triberger Nikolausmarkt, ferner durch eine Anzahl von Vortragsabenden als Vorbereitung und Einstimmung auf das 150-jährige Vereinsbestehen und den Badischen Imkertag im April, der zum "fulminanten Höhe- und Schlusspunkt unserer Festzeit" wurde, wie Finkbeiner feststellte.

       

Die Überraschung für viele war am Ende seiner Ausführungen die Ankündigung, nach 20 Jahren das Amt des Vorsitzenden abzugeben, ohne einen Nachfolger benennen zu können. Doch bis zur endgültigen Entscheidung sieht die Satzung mehrere Möglichkeiten vor.

Die Einzelheiten der Organisation, insbesondere der Festvorbereitungen trug Ralf Spadinger vor, den von Josef Kuner und Paul Schwer geprüften Kassenbericht wie seit Jahren Sabine Schwäble, den Mitgliederstand Tim Schreiber. Ungewöhnliches gab es auch da: auffallend viele Jungimker, 68 Mitglieder insgesamt, davon 29 aktive Imker, die 164 Völker betreuen. Das Durchschnittsalter beträgt 59 Jahre.

Voll des Lobes für die Leistungen des Vereins war Bürgermeister Gallus Strobel, selbst Imker. Hervorragend sei die Organisation des Jubiläumsfestes gewesen, von der auch die Stadt beispielsweise durch Übernachtungen profitierte, ebenso die Jugendarbeit, die Pflege der Anlage im Lindengrund und die Erhaltung der Natur. Er sicherte dem Verein die volle Unterstützung durch die Stadt zu.

Kreisvorsitzender Bernd Möller zielte in die gleiche Richtung: ein guter Vorsitzender, eine gute Gefolgschaft, die Krönung aller Arbeit: der Badische Imkertag.

Ein Nachfolger für Helmut Finkbeiner war in dieser Hauptversammlung nicht zu finden. Deshalb schlug der stellvertretende Vorsitzende Marco Kimmig eine Lösung vor, die auch der Satzung entspricht, denn eine Teamlösung mit mehreren gleichberechtigten Leitern ist nicht vorgesehen. Kimmig erklärte sich bereit, den Verein ein halbes Jahr als kommissarischer Vorsitzender zu führen. Ihm zur Seite steht ein Team, das einen Kandidaten für den Vorsitz oder eine neue Struktur für die Führung finden soll. Diesem gehören Gallus Strobel, Hubert Schwäble, Tim Schreiber, Ralf Spadinger, Rainer Buderath und Mario Ferdani an. Sie wurden alle in die Findungskommission gewählt. Bestätigt wurden Kassiererin Sabine Schwäble, Schriftführerin Kathrin Krake, der aktive Beisitzer Michael Bürkle und Kassenprüfer Josef Kuner. Für Paul Schwer wurde Hansjörg Becherer als Kassenprüfer gewählt.

Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden in der Hauptversammlung des Bezirksimkervereins Manfred Duffner, Schönwald, und Fritz Finkbeiner, Gremmelsbach. mit dem Ehrenzeichen, der Ehrenurkunde und der Vereinschronik geehrt. Für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielten Klara Brucker aus Nußbach, und Klaus Burghardt aus Gremmelsbach, eine Ehrung. Zu Urkunde und Chronik kam noch ein Schwarzwälder Honigtröpfchen.

Für wertvolle Unterstützung beim Recherchieren von geschichtlichen Fakten aus dem Vereinsleben mit Sabine Schwäble erhielt Bernd Möller eine Vespertasche. Für die un zähligen Aktivitäten im Blick auf das Jubiläum, für das Sammeln von Belegen und Zeitungsberichten aus früheren Zeiten, die Anschaffung von Büchern, die Nutzung der Fernleihe aus Bibliotheken, Reisen in Archive, selbst nach Hamm in Westfalen, und die Arbeit bei allen Vereinsveranstaltungen wurde Sabine Schwäble zum Ehrenmitglied ernannt. Mit großer Freude nahm sie unter dem Beifall aller die Urkunde und einen Bienenkorb entgegen.

Für die Erstellung der Chronik wurde zudem Karl Volk mit einem Präsent bedacht und zum Ehrenmitglied ernannt. Zum Abschied als Vorsitzender wurde Helmut Finkbeiner mit der Ehrenmitgliedschaft des Bezirksimkervereins geehrt. Mit der Urkunde aus der Hand seines Stellvertreters Marco Kimmig erhielt er als Dank und Anerkennung eine Honigrührgerät und ein Buch über die Welt der Bienen.

Sabine Schwäble hatte für seine Ehefrau Anja ein Präsent. Auch die Töchter Hannah und Leonie bekamen ein Bild von ihrem Auftritt beim Jubiläumsabend und ein Präsent als Dank. Die vereinseigenen Bedienungen am Fest erhielten von Kimmig Kinofreikarten.


Bei den Hauptversammlungen des Bezirksimkervereins Triberg fehlt nie ein wissenschaftlicher Vortrag. Dieses Mal war wieder die Bekämpfung der Varroa-Milbe das Thema.

Institut experimentiert

Kreisvorsitzender Bernd Möller informierte über die neue Entwicklung in der Forschung des Bienenforschungsinstituts Hohenheim, an dem die Wissenschaftler Bettina Ziegelmann und Peter Rosenkranz ein Mittel gefunden haben, das sich im Experiment zu bewähren scheint, in der Praxis aber wegen seiner Kompliziertheit noch nicht einsetzen lässt. Der Wirkstoff gehört zu den Pheromonen, ein Geruchsstoff, der für Menschen und Bienen absolut ungefährlich ist, das Verhalten der Milben aber verändern kann. Der Kontakt mit männlichen Milben macht diese verrückt.

Ein Problem ist aber, dass sich die Milben in der Zelle unter den Maden verstecken. Im veränderten Verhalten der Milben liegt für die Bienen eine Chance. Dieses Mittel berechtige zu einer gewissen Hoffnung, mehr aber noch nicht, und könnte neue ­Horizonte im Kampf gegen die Varroa-Milbe eröffnen, erläuterte Möller.

   

 

Badischer Imkertag 2016

im Überblick 

          

Von Hans-Jürgen Kommert 

Man kann ihn nur als absolute Werbung für die Honigbiene und ihre Betreuer bezeichnen, den Badischen Imkertag 2016 in Triberg. Die Imker der Raumschaft haben keine Mühen gescheut, dieses Wochenende zu etwas Besonderem zu machen.

Triberg. Tag zwei der Veranstaltung wurde durch die Stadt- und Kurkapelle Triberg unter der Leitung von Martin Mayer eröffnet, die zum Abschluss ihres Auftritts das Badner Lied spielte.

"Imker haben die höchste Akzeptanz unter den grünen Berufen, obwohl sie das kleinste Nutztier haben. Vielleicht liegt es daran, dass sie ihre Tiere nicht schlachten", scherzte Dieter Blaeß, der als Leiter der Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen seine Chefin Bärbel Schäfer beim Badischen Imkertag vertrat. 

         

Er lobte auch ausdrücklich die Arbeit der "herausragenden Bienen-Fachberater", bis Januar war dies Armin Spürgin, ab Mai folgt auf ihn Bruno Binder-Köllhofer. Ein besonders Lob erfuhren die Imker der Wasserfallstadt: "Ich finde es besonders passend, dass Sie den heutigen Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen haben."

Zunächst hatte Bürgermeister Gallus Strobel die vielen Besucher der Wasserfallstadt begrüßt und sich nebenbei selbst als Imker "geoutet". "Wer jemals mit Bienen gearbeitet hat, weiß, mit wie viel Freude und Spaß das verbunden ist", erklärte das Stadtoberhaupt. Ein Loblied sang er auf Helmut Finkbeiner und seine Imkerkollegen. Martina Braun als neues Mitglied des Landtags für die Grünen sprach aus Zeitgründen auch für ihren CDU-Kollegen Karl Rombach. Beide sind als Landwirte selbst eng mit den Imkern verbunden und, wie sie betonte, mit dem Vorsitzenden der Triberger Imker gar gut befreundet. "Landwirtschaft und Bienen passen gut zusammen. Noch besser würde es passen, wenn mehr Landwirte wieder zurück kehren würden zur ökologischen Landwirtschaft", räumte die Biobäuerin ein.

Als Leiter des Landwirtschaftsamts Donaueschingen kam Walter Maier als Vertreter für Landrat Sven Hinterseh. Auch er habe über Tochter und Schwiegersohn ausgezeichnete Verbindung zum Imkern. "Im Schwarzwald-Baar-Kreis arbeiten Imker und Landwirte Hand in Hand", stellte er fest. Honig sei ein sehr qualitätsvolles Lebensmittel. Der Schwarzwald-Baar-Kreis sei ein "Land, in dem Milch und Honig fließen", meinte Maier.

Imkerschulen solle Leuchttürme werden

Das sei auch der Titel, den seine Heimat Allgäu gerne für sich reklamiere, sagte der Vizepräsident des Deutschen Imkerbunds, Eckard Radke, mit einem Schmunzeln. In diesem Jahr feiere auch der Deutsche Imkerbund zwei Jubiläen – das 25. Jahr der Wiedervereinigung mit den ostdeutschen Berufskollegen sowie das 90. Jahr des speziellen Honigglases der deutschen Imker. "Das positive Image der Imker ist inzwischen sogar in der Politik angekommen", strahlte er.

Klaus Schmieder, erst seit einigen Monaten Präsident der Badischen Imker, ging auf die Geschichte der Imkerei im Land ein. Früher habe praktisch jeder Bauernhof Bienen gehalten – lange Zeit war Honig das einzige Süßungsmittel. 1952 habe es in Baden fast 18 000 Imker gegeben, mit annähernd 177 000 Bienenvölkern. In den folgenden fünf Jahrzehnten sei die Zahl kontinuierlich gesunken, 2006 seien es gerade 7000 Imker gewesen mit 70 000 Völkern. Mit dem Strukturwandel in Gesellschaft und Landwirtschaft sei diese Entwicklung einher gegangen. Obwohl 2008 durch die Vergiftung mit einem Neonicotinoid im Rheintal rund 10 000 Völker verloren gegangen seien, habe dies zu einer Umkehr geführt. In den vergangenen acht Jahren sei sowohl die Zahl der Völker als auch die der Imker wieder gestiegen, allein 2015 seien es 432 Imker mehr geworden, die Völkerzahl sei auf 67 400 angewachsen. Diese jungen Imker müssten intensiv betreut werden. So müsse der Imkerbund in nächster Zeit seine Imkerschulen in Heidelberg und Oberentersbach bei Zell am Harmersbach ertüchtigen. Sie sollen Leuchttürme werden, versprach er. Es gelte, den Rückenwind zu nutzen.

Im Anschluss gab es mehrere Vorträge, von denen der von Privatdozent Peter Rosenkranz von der Uni Hohenheim herausragte: Er beschäftigte sich mit neuen Bienenkrankheiten und Parasiten der Honigbiene und mit der Bekämpfung der bis dato größten Herausforderung für Imker, der Varroa-Milbe.

  

Nach einem anstrengenden Tag voller Regularien und Vorträgen boten die Mitglieder des Bezirksimkervereins Triberg den angereisten Kollegen aus dem Landesverband, aber auch Gästen aus der Raumschaft einen ganz besonderen Abend.

Triberg. Einen Einblick gab es in die lange Geschichte des Vereins in Bildern, die allerdings nur im Hintergrund abliefen, während die Coverband "MacCoustix" in drei Blöcken in der Hauptsache sehr gefühlvolle Balladen oder aber auch schöne deutsche Lieder spielten.

"Es gäbe viel zu erzählen über mehr als 150 Jahre der Bienenzucht in unserer Raumschaft", leitete Helmut Finkbeiner den Festabend ein.

    

         

Zunächst aber sprachen die beiden "Bienen" Hannah und Leonie Finkbeiner, zwei der drei Töchter des Chefs, über den "Katechismus" der Bienenzucht, der vor rund 150 Jahren die Revolution einleitete, die vom Bienenkorb zu den Kästen führte. Davor wurden die Waben aus dem Korb herausgeschält, um an den Honig zu kommen – dabei wurde auch viel Brut vernichtet, und es war nicht ungefährlich. Die beiden Bienchen erzählten sich, vom ungeliebten Korb und dem neuen, viel schonenderen Kasten, bei dem die Honigwaben von hinten entnommen werden konnten.

Die vier Mitglieder des Improvisationstheater "L.U.S.T." aus Freiburg hatten dann die Bühne für sich. Die Abkürzung stehe für Lachen, Unterhaltung, Show und Theater, klärten sie das Publikum auf. "Wir haben derzeit keine Ahnung, was wir heute spielen werden", betonte Götz Sattler. Da man aber auf Einladung der Imker da sei, werde wohl die eine oder andere Biene eine Rolle spielen, räumte Annika Hartmann ein, die einzige Dame zwischen den drei Männern. Denn neben den beiden spielte auch Rainer Mannich als Schauspieler mit, für den guten Ton sorgte Christoph Müller am Keyboard.

Zunächst aber spielte das Trio auf Publikumswunsch mit Gefühlen, von der Liebe bis zum Hass. Als einzige Requisite diente dabei eine Bienenwachskerze, die vom Joint bis zum Ring mit Klunker alles Mögliche verkörperte – nur keine Kerze. Biene Maja vernachlässigte wegen ihrer Liebe zu Willi beinahe ihre eigentliche Aufgabe – fast wäre sie mit ihm auf eine einsame nordfriesische Insel gezogen. Richtig witzig wurde dann der CD-Sampler, der, ebenfalls auf Wunsch des Publikums, unter dem Titel "Varroabehandlung" alles beinhaltete, vom Rock über Volksmusik und Blues bis hin zum Kirchenchoral, der den Titel "Ich bete gegen die Milbe" trug.

Noch einmal wies der Verein mit Leonie und Hannah in Bienengestalt auf etwas hin: Der Preis des Honigs war ihr Thema. Die Bienenkönigin sprach mit ihrer Arbeiterin und fand, ein Glas Honig sei nun genau das Richtige. Wobei ihr die Arbeiterin die Rechnung aufmachte. Denn 12 000 Arbeitsstunden vieler ihrer Kolleginnen steckten in einem Glas Honig. Das mag manchen Besucher auch etwas nachdenklich gestimmt haben, der sich über den Preis für echten deutschen Bienenhonig vom Imker beschwert haben mag.

 

Nach einem weiteren Bilder-Musik-Block mit MacCoustix, bei dem vor allem die charmante Sängerin Bianca Müller ihre schöne Stimme erklingen ließ, strapazierte noch einmal das Improvisationstheater die Lachmuskeln. Krimi, Fantasie oder Liebesfilm, das alles in rasanter Abfolge auf den Countdown von fünf auf Start, ohne Vorbereitung, da gehört schon viel schauspielerische Erfahrung dazu. Dazu kam dann ein Versuch: Rainer sollte einen Mord gestehen, von dem er eigentlich nicht wusste, was er eigentlich verbrochen hatte. Er soll nämlich mit seinem Daumen am Lehrbienenstand die Bienenkönigin gemeuchelt haben. Witzig zu erleben, wie er dahin geführt wurde. Am Ende sprach Helmut Finkbeiner noch Worte des Dankes aus, bevor MacCoustix den Abend mit ihrer Musik beschloss.

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 rverein in der P

Fleißige Helfer stehen im Mittelpunkt    

Schwarzwälder-Bote    10.03.2016  

von Marc Eich

 

 Nikolaus Arnold (Stadtmarketing, von links), Sabine Schwäble, Helmut Finkbeiner (beide vom Bezirksimkerverein) und Bürgermeister Gallus Strobel blicken bereits freudig auf den Badischen Imkertag im April. Foto: Eich / Bienen:  © BillionPhotos.com/Fotolia.com (Foto: Schwarzwälder-Bote)

 

Der Bezirks-Imkerverein Triberg blickt freudig auf ein besonderes Wochenende: Am 9. und 10. April veranstaltet er anlässlich des 150-jährigen Jubiläums den Badischen Imkertag. Eine Veranstaltung, die nicht nur für Imker interessant sein dürfte.

Triberg. Das Wochenende wird eine Premiere und etwas ganz Besonderes für die ganze Raumschaft: Erstmals trägt der Bezirks-Imkerverein den Badischen Tag in Triberg aus. "Die Imkerei ist schwer im Kommen, selbst in Berlin gibt es mittlerweile Stadtbienen", erzählt Bürgermeister Gallus Strobel – der selber Imker ist – auf das Wochenende im April. Auch der Vorsitzende des Vereins, Helmut Finkbeiner, sieht einen gewissen Trend. "Wir konnte bei unserem Nachwuchslehrgang 14 junge Imker gewinnen", freut sich Finkbeiner über die Entwicklung des Vereins, der rund 70 Mitglieder hat und für Triberg, Schonach und Schönwald zuständig ist.

Die Helfer sind bereits seit Monaten damit beschäftigt, den Badischen Imkertag zu organisieren. "Wir haben zu unserer Geschichte einige Dokumente, Informationen und Bilder zusammengetragen", berichtet Kassiererin Sabine Schwäble von den Vorbereitungen für die Vereins-Chronik und dem Jubiläumsprogramm.

    

         

Beginnen wird der Imkertag, dessen Schirmherrschaft Landrat Sven Hinterseh übernommen hat, am Samstag mit der Vertreterversammlung der Imker. Ein erster Höhepunkt, bei dem auch die Bevölkerung eingeladen sein wird, findet am Samstagabend statt. Das Improvisationstheater L.U.S.T. wird das Programm gestalten, das die Band Macoustix umrahmt. An beiden Tagen findet im Kurhaus und im Außenbereich eine Imkerei-Fachausstellung mit 34 Ausstellern aus dem In- und Ausland statt, "die auch für Nicht-Imker viele interessante Angebote zu bieten hat", ist sich Finkbeiner sicher. Neben Kosmetik-Artikeln aus Honig wird in der Cafeteria ebenso der kulinarische Teil beispielsweise mit Honigeis oder Honigpralinen nicht zu kurz kommen.

Der eigentliche Imkertag findet am Sonntag statt. Nach dem Ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Stadtkirche beginnt um 10 Uhr das Festprogramm mit Grußworten von Bürgermeister Strobel, Landrat Hinterseh, dem Präsidenten des Landesverbandes, Klaus Schmieder, und anschließenden Fachvorträgen.

Für die Bewirtung sorgt die Narrenzunft Triberg, die Stadtmusik umrahmt den Festtag musikalisch. "Das wird ein riesen Event", sind sich Helmut Finkbeiner und Gallus Strobel sicher.

 

 

Veranstaltungskalender Beitrag April 2016:

 

 BadischerImkertag in Triberg

 

Zwei Tage lang dreht sichalles um die Imkerei

 

Der Bezirks-Imkerverein Triberg e.V. wird über das Wochenende vom 9. und 10. April sein 150-jähriges Jubiläum, das bereits 2014 mit einemgroßen Sommerfest begann, mit einer Großveranstaltung feiern. Aus diesem Anlassfindet der Badische Imkertag dieses Jahr in Triberg statt.

 

Politiker undImker aus ganz Baden und weit darüber hinaus werden sich in Triberg einStelldichein geben.

 

Beauftragt mit der Ausrichtung des Imkertags wurde der Bezirks-Imkerverein Triberg vom Landesverband Badischer Imker.

 

Die Vertreterversammlung mit Verbandsregularien wie Tätigkeitsberichten und Abstimmungen stellt am Samstagvormittag den Auftakt zum Badischen Imkertag, der zum ersten Mal in Triberg stattfindet, dar. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen von aktuellen und informativen Fachvorträgen verschiedener Referenten.

 

Um 19.30 Uhr laden die Mitglieder des Bezirks-Imkervereins Triberg die Bevölkerung der Raumschaft und alle Bienenfreunde zu einem attraktiven Jubiläumsabend mit Improvisations-Theater und Musik in das Kurhaus nach Triberg ein.

 

Der Sonntag beginnt um 8.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche Triberg. Weiter geht es um 10.00 Uhr im Kurhaus mit

Grußworten vom Schirmherrn der Veranstaltung Landrat Sven Hinterseh, dem Präsident des Landesverbandes Klaus Schmieder und Bürgermeister Gallus Strobel. Weitere interessante Fachvorträge runden das sonntägliche Programm ab, welches am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr seinen Abschluss finden wird.

 

An beiden Veranstaltungstagen findet im Kurhaus und Außenbereich eine Imkerei-Fachausstellung statt, welche sicherlich auch für Nicht-Imker viele interessante Angebote rund um Bienen, Imkerei und Natur zu bieten hat. Hierzu werden über 30 Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet.

 

Vom Mittagessen bis zu Imkerkuchen, Honigeis und -pralinen werden die Besucher mit vielen Köstlichkeiten verwöhnt.

 

 

EINEVERANSTALTUNG, DIE MAN NICHT VERPASSEN SOLLTE!

 

 

Weitere Infosauch unter:

http://www.imkerverein-triberg.de/und http://www.badische-imker.de/

 

Demeter-Imker überraschen mit völlig neuen Erkenntnissen

Von Karl Volk

                           

     

  

Triberg. Vor den Mitgliedern des Imkervereins Triberg hielt Michael Weiler, Agraringenieur, Buchautor und zertifizierter Demeter-Imker in Bühl/Baden, im Landgasthof Lilie einen außergewöhnlichen Vortrag über neue Methoden der Imkerei.

  

     

Im Mittelpunkt steht bei den Demeter-Imkern ein einfacher Gedanke: eine so bienengemäße Imkerei wie möglich zu gestalten.

      

Die Wissenschaft um die Bienen förderte in den letzten Jahren viele neue Einsichten zutage, denen sich die Bienenzucht nicht entziehen sollte. Thema des Referenten waren Erkenntnisse um den Schwarmprozess, die die bisherige Einstellung zum Schwärmen der Bienen auf den Kopf stellten.

Im Grunde eine einfache Überlegung: Vor und beim Schwärmen entwickeln die Bienen eine ungeheure Energie, die die Imker nicht durch Schwarmverhinderung wie rechtzeitige Teilung des Volkes unterdrücken, sondern nützen sollten. Denn künstliche Manipulationen dieser Art empfinden Bienen als brutale Störung und setzen sie unter Stress.

Wochen vorher bringen sich die Bienen durch die Vervielfachung der Zahl der Stockbewohner(innen) in Schwarmstimmung. Unterdrückung des Schwarmtriebs halten die Demeter-Imker für einen gewaltsamen Eingriff in das innerste Wesen eines Volkes. Also machen lassen! Ein Ergebnis aus dieser neuen Imkerei: Die Königinnen, weil noch nicht begattet, eigentlich noch "Prinzessinnen", die nach dem Auszug der alten Königin mit ihrem Anhang den Nachschwärmen entstammen, sind langlebig und sehr vital.

Danach aber wird es erst richtig spannend: Die Bienen werden in einem trichterförmigen Schwarmfangkasten gefasst, sitzen wie bisher zu ihrer Beruhigung zwei Tage in Dunkelarrest im Keller, und dann werden sie in ihre neue Wohnung einquartiert. Dort bekommen sie ihre Rähmchen, aber nur diese mit einem schmalen Anfangsstreifen als Bauhilfe. Weiter nichts.

Bisher erhielten sie mindestens Mittelwände und voll ausgebaute Waben, vielleicht sogar Brutwaben, die Brut betrachten sie immer als ihre eigenen Kinder und lassen sie nie im Stich. Als einzige Hilfe sind Edelstahldrähte, an denen sie die neuen mit ihrem Wachs ausgeschwitzten Waben befestigen können. Keine Mittelwände, und das Überraschende dabei: Das Wachs der neuen Wabe ist so leicht, dünn und rein von Rückständen wie den Giften gegen die Varroamilbe, leichter als eine Mittelwand! Und was bisher als Nachteil für freies Ausbauen einer Wabe galt, dass die Bienen die ganze Wabe mit (größeren) Drohnenzellen ausbauen und die Königin sie mit Drohneneiern bestiftet. Die Folge; mangels Arbeiterinnen ging das Volk ein. Dies trifft hier nicht zu.

Die ganze Wabe wird auch ohne Vorgabe durch die Mittelwand mit normalen Zellen ausgebaut und nur am unteren Rand erscheinen ein paar Drohnenzellen. Mittelwände hat Michael Weiler in seiner eigenen Imkerei schon gar nicht mehr.

Königinnen, auf diese Art entstanden, leben länger, sie sind von mehr "Dienerinnen" umgeben. Die Bienen sind "stockfest", das heißt, sie finden ihren "Heimatstock" leichter als andere und verteidigen den Eingang in ihre "Wohnung" gegen Feinde wie Hornissen und Wespen kraftvoller als andere. Und ein Vorteil für die Imker. Die Kosmetik- und Pharmaindustrie nimmt dieses schöne, helle, fast durchsichtige Wachs gern an.

Die Imker, die einen Erfolg ihrer Arbeit, in der Menge des geernteten Honigs sehen möchten, konnte Michael Weiler beruhigen: Die geerntete Menge ist so groß wie bei herkömmlichen Methoden.

Jungen und Mädchen lassen sich den Honig schmecken

Schwarzwälder-Bote, 25.08.2015 06:00 Uhr

 

 

Hoch hinauf in die Retsche entführte das Triberger Kinderferienprogramm etwa 15 Jungen und Mädchen an einem der schönsten Tage der vergangenen Zeit – was auch dazu geführt hatte, dass einige der angemeldeten Kinder lieber ins Schwimmbad gegangen waren. Dabei verpassten sie einen schönen, spannenden, lehrreichen und leckeren Tag.                           
      

Helmut Finkbeiner, der Vorsitzende der Imker, erwartete mit einer größeren Mannschaft die Meute bereits am Lehrbienenstand. Während sich die Mädchen und Jungs nach dem recht anstrengenden Aufstieg zunächst etwas ausruhten, erzählte er ihnen ein wenig über die Geschichte der uralten Insekten, die sich der Mensch irgendwann einmal nutzbar machte, weil sie festgestellt hatten, dass der Honig nicht nur nahrhaft, sondern auch überaus lecker war. Vom hohlen Baumstamm bis hin zu den heutigen Bienenstöcken mit ihren Zargen und Rähmchen war es ein weiter Schritt, berichtete der Imker. Er zeigte ihnen auch die Schutzkleidung, die Bienenstiche verhindern soll.

Ein kleines Volk hatten die Bienenfreunde vorbereitet, das den Kindern aufzeigte, wie es im Inneren eines Bienenstocks aussieht. In einem Schaukasten waren mehrere der Rähmchen eingebaut, darunter auch diejenige, in der sich die markierte Königin befand. Die Kinder erlebten aber auch die Grausamkeit der Bienen gegenüber ihren Männern, den Drohnen: "Wenn sie nicht mehr gebraucht werden, werfen sie die einfach raus und lassen sie verhungern", erzählten ihnen die Bienenfachleute. Und an einer der Zargen sah man auch, wie immer wieder eine Arbeitsbiene einen Drohn am Kragen packte und ihn aus dem Bau hinaus bugsierte.

      

Im Bienenhaus selbst holte Finkbeiner dann ein Rähmchen heraus, das voll mit Bienen war. Die ließen sich aber überhaupt nicht stören, weil er ihnen mit dem "Smoker" vorgegaukelt hatte, dass es irgendwo brennt. "Dann schlagen die sich mit dem vorhandenen Honig den Magen voll; und damit sie dann nicht auch noch die Flucht ergreifen, hören wir auf damit, sie einzuräuchern", betonte er. Er zeigte dem Nachwuchs auch, dass Bienen eigentlich nicht sehr gerne stechen. Er strich mit der Hand über die vielen Bienen und nichts passierte. Ganz Mutige unter den Jungs und Mädels taten es ihm nach.

Etwas Besonderes kam danach: Jeder durfte probieren, wie unterschiedlich Honig schmecken kann. Ein schon leicht kandierter Blütenhonig aus dem Frühjahr schmeckt ganz anders als Waldhonig – und er sieht auch anders aus. Nach einem Hindernislauf mit einer wassergefüllten Schöpfkelle war es dann soweit: Die Frauen  

hatten bereits begonnen, Waffeln zu backen, dazu servierte der Chef hausgemachtes Honig-Zimt-Eis, das seine Frau selbst zubereitet hatte.

Nachwuchs entdeckt die Bienenwelt

Schwarzwälder-Bote, 03.08.2015

Von Karl Volk

                           

     

  

 

 

Triberg. An diesem schönen Tag hatten selbst die Bienen im Bienenlehrstand im Lindengrund ihre Freude. Eine Sommersonne strahlte über Berg und Tal, die fleißigen Honigsammlerinnen flogen aus, waren noch friedlicher als sonst gestimmt und störten sich weder an den Besuchern, die die Umgebung bevölkerten noch an den Autos.

        

Auch dieses Mal war das Imkerfest wieder gut besucht. Viele Einwohner Tribergs nahmen die Gelegenheit zu einem Spaziergang in die Retsche gern wahr, die Dialekte verrieten Interessenten aus weiter Ferne, kamen zum Mittagessen, blieben noch zu Kaffee und Kuchen, versuchten auch die Honigapfelküchle und sahen sich nach sonstigen Angeboten und Leckereien unter den Imkereiprodukten wie Honigseife, Honigbonbons um.

      

Nicht nur das. In der schattigen Wärme im Zelt saß man gut, im Gespräch mit Bekannten und Fremden. Auf Interesse stieß das Leben der Bienen, denn der Vorsitzende, Helmut Finkbeiner, hielt eine Führung, erklärte die Arbeit der Bienenväter und -mütter mit ihren Lieblingen, beantwortete auch die Fragen der Besucher zu den Wohnungen von Urzeit an, als sie Jahrtausende in Löchern von faulen Bäumen hausten, bis zu modernen Beuten, die immer wieder geändert und verbessert wurden.

Nicht nur für Kinder waren das Entdeckeln der Waben und das Schleudern von goldgelbem Honig eine wichtige Information und ein Erlebnis. Schon die Kleinsten dürfen die Kurbel der Schleudermaschine drehen – und dann natürlich auch Honig schlecken. Da gab es nur eine Reaktion: "Lecker!" Neu war die Vorführung des Zargens von Charles Dadant, einem Franzosen, der in den USA eine für die Bienen bequemere Wabengröße entwickelte. Der untere Stock enthält Waben der bisherigen Größe, in den Stockwerken darüber sind die Waben nur halb so breit, was kürzere Wege für die Arbeiterinnen bedeutet. Diese schmalen Waben sind auch für den Imker gut zu handhaben.

In Deutschland ist eine Variante des modernen Systems mit etwa zehn Prozent vertreten, mit steigender Tendenz. Im Bienenlehrstand Triberg sind sie eingeführt, für den einzelnen Imker sind es teuere Anschaffungen. Ob sie sich auf breiter Ebene durchsetzen werden, ist ungewiss. Jedenfalls gibt es begeisterte Anhänger dieses neuen Systems. Mit dem bisherigen Verlauf des Bienenjahres ist Helmut Finkbeiner zufrieden. Wenn die nächsten beiden Monate so bleiben, werde man von einem guten Jahr 2015 sprechen.

Triberg Der Schädling Varroa setzt den Bienenvölkern zu

Schwarzwälder-Bote, 21.04.2015 03:27 Uhr         

                 

           

    Neuimker und Geehrte präsentiert der Vorsitzende Helmut Finkbeiner (rechts): Sitzend (von links) die 30-jährigen Vereinsmitglieder Josef Kuner und Ludwig Herr, dahinter die "Neuen" Karlheinz Zähringer, Maria Häsler, Mario Ferdani, Anton Kienzler, Hansjörg Becherer und Rainer Buderath. Foto: Kommert

           

   In den Räumen des SV-Vereinsheims Nußbach haben sich am Wochenende Mitglieder eines gänzlich anders "gearteten" Vereins getroffen: Der Bezirks-Imkerverein Triberg ließ das vergangene Jahr Revue passieren.  

     

127 Völker würden durch 29 aktive Imker betreut, 37 passive ergänzen den Verein. Dieses begann laut dem Vorsitzenden Helmut Finkbeiner sehr früh, sei jedoch bis zum Mai außerordentlich trocken gewesen – zwar war der Löwenzahn erschienen, doch er brachte keinen Honig. Im Sommer sei es dann zum Ausgleich sehr kühl und nass gewesen, was dem Ertrag nicht zuträglich gewesen sei. Dafür erbrachte die Tanne, wieder sehr früh, wenigstens lokal begrenzt ein klein wenig des begehrten dunklen Honigs.

      

Was aber die sehr lange Vegetationszeit den Imkern einbrachte: jede Menge des Schädlings Varroa. Dieser brachte schon im Herbst so manches Volk zum Zusammenbruch – verstärkt auch noch durch diverse Viren, die den Völkern zusetzten. Der Winter tat ein Übriges, so dass Finkbeiner mit Verlusten von bis zu 25 Prozent rechnet.

Für den Verein selbst war das Jahr erfolgreich: Das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen wurde im Lindengrund ausgiebig gefeiert (wir berichteten). Sehr erfolgreich sei auch der Neuimker-Kurs verlaufen, von den vielen externen Teilnehmern seien zwei Drittel gleich Mitglied geworden.

Mit dem Badischen Imkertag am 9. und 10. April 2016 wollen die Triberger Imker die Feiern abschließen, bei dem etwa 3000 Gäste erwartet würden. Beim Festabend am 9. April soll auch eine Vereinschronik präsentiert werden, an der der Gremmelsbacher Historiker Karl Volk und Kassiererin Sabine Schwäble derzeit intensiv arbeiten.

Präsent war der Verein beim Schonacher Weihnachtsmarkt wie auch beim Nikolausmarkt in Triberg, und konnte sich dort einer regen Nachfrage erfreuen – was auch die Kassiererin erfreute. Sie konnte eine gut gefüllte Kasse vermelden – die aber zur Vorfinanzierung des Imkertags auch bitter nötig sei, sagte Finkbeiner. Sie richtete zudem einen Appell an die Barzahler: Es sei sehr mühselig, die Beiträge "von Hans" einzuholen, die letzten, die noch von Sabine Schwäble persönlich "Heimgesuchten" möchten doch bitte ebenfalls auf Lastschrift umstellen.

Urkunden für erfolgreiche Kurse für Neuimker wurden an Hansjörg Becherer, Rainer Buderath, Mario Ferdani, Angelika Freudenberger, Maria Häsler, Anton Kienzler, Kathrin Krake, Josef Kuner, Thomas Mayer, Burkhart Müller, Paul Reimchen, Michael Schmitt, Tim Schreiber und Karlheinz Zähringer vergeben, wobei auch ältere Vereinsmitglieder dabei seien, die ihr Wissen auffrischen wollten, so Finkbeiner.

Höhepunkt aber war sicherlich die Ehrung von vier langjährigen Mitgliedern: Josef Kuner und Ehrenmitglied Ludwig Herr wurden für 30 Jahre, Albert Duffner und Manfred Schwer für je zehn Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Ein höchst interessanter und bedenkenswerter Vortrag des Kreisvorsitzenden Bernd Möller und dem Titel "Zeigt die Biene Formen intelligenten Verhaltens" beschloss den Abend.

Triberg Auf den Spuren fleißiger Tierchen

Schwarzwälder-Bote, 12.08.2014

                


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Triberg. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Bezirksimkervereins Triberg sollte das Imkerfest in diesem Jahr durch zweitägiges Feiern seinen außerordentlichen Charakter erhalten: rein äußerlich sichtbar durch zwei Zelte. Dazu hatte das das Helferpersonal mit gelben T-Shirts und schwarzen Schürzen ebenfalls beigetragen.

  

     

Etwas Besonderes war auch, dass die Musik am Samstagabend nicht von einer CD, sondern von der Band MacCoustix mit Mitgliedern aus dem Raum Furtwangen/St. Georgen kam, einem Trio, das moderne, meist englische Lieder spielte und sang. Und, noch nie dagewesen im Lindengrund: ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntagvormittag, gehalten von Pfarrer Markus Ockert und begleitet von Regina König auf dem Keyboard.

      

Lächelnd wies Pfarrer Ockert auf die Kanzel aus Bienenkästen und auf Kerzen aus echtem Bienenwachs hin – auch für ihn etwas Nicht-Alltägliches. Das Zelt war gut gefüllt. Lieder und Psalmtext waren auf den Anlass abgestimmt. Kenntnisreich und tiefschürfend war die Predigt. Ockert verglich das Leben im Bienenstaat mit der menschlichen Gesellschaft. Das Suchen und Sammeln der Bienen sei Symbol und Vorbild für die Menschen. Auch sie sollten suchen und das Gefundene dankbar annehmen, so der Kern der Predigt.

Zur Mittagszeit herrschte Platzmangel in den beiden Zelten; das Personal musste wuseln, um allen Wünschen gerecht zu werden. Auch eine Band hatte sich eingefunden, wieder ein Trio, bestehend aus Sepp Haberstroh, Erich Kaltenbach und Wolfgang Jäckle. Sie spielten beliebte Volkslieder.

Während des Festes konnten die Besucher allerhand Wissenswertes über jene fleißigen Tierchen erfahren, denen es gewidmet war. Vorstand Helmut Finkbeiner erklärte Jung und Alt das Leben im Bienenstock und erläuterte die Arbeit des Imkers, und Paul Schwer öffnete einen Bienenstock und zeigte, wie man Waben entdeckelt und Honig schleudert. Darauf hatten alle mit Spannung gewartet, denn sie wussten: Dann dürfen auch sie Honig schlecken.

Glücklich waren die Organisatoren, dass das Wetter trotz anfangs schlechter Prognosen so gut mitgespielt hat. Am Samstagabend konnten die Gäste bis Mitternacht fröhlich sitzen bleiben, erst danach öffnete der Himmel seine Schleusen. Und der Sonntag, für den die Prognosen alles andere als günstig gewesen waren, brachte bis zum Abend heiße Temperaturen. Ein schöner Tag für alle Beteiligten mit wahrscheinlich so vielen Besuchern wie bisher noch nie ging zu Ende.

Das eigentliche Jubiläumsfest wird 2016 mit dem badischen Imkertag gefeiert.

Aus der Gründerzeit des Bezirksimkervereins sind keine Akten mehr erhalten. Festgestellt werden kann jedoch, dass die Imkerei lange vorher im Raum Triberg betrieben wurde.

Der erste bekannte Imker war Gremmelsbachs Lokalkaplan (1804 bis 1912), der sich ein eigenes Bienenhaus leistete. Auf Schwarzwaldhöfen war es Brauch, Rümpfe (Holzbeuten gab es noch lange nicht) auf Balkone zu stellen. Wetterkapriolen machten immer wieder Schwierigkeiten, Seuchen bedrohten die Bienen wiederholt. Eine Fäulnis an der Kartoffelstaude im 19. Jahrhundert nahm dem Honig die Farbe und machte ihn wässrig. Mehrfach brach die Faulbrut aus.

Doch eine Unterbrechung in der Bienenhaltung gab es nie. Die Leidenschaft für die Wunderwelt der Bienen überlebte alle Katastrophen. Jahrzehntelang war die Bienenzucht buchstäblich bodenständig. Das Wissen um die Bienenzucht war praxisnah, vom Vater auf den Sohn vererbt. Große Fortschritte machte die Wissenschaft erst in der jüngsten Zeit.

Dass der Bezirksverein eine gute Zukunft vor sich hat, zeigt das Interesse vieler Jungimker, die sich in Kursen auf die Imkerei vorbereiten. Vorstand Helmut Finkbeiner spricht von 20 Neuanfängern.

 

von Karl Volk  

 

 

 

Quelle: Südkurier 11. März 2014 

Jubiläumsfest und Freude über neues Interesse an der Imkerei

Triberg -  Der Bezirksimkerverein Triberg wurde vor 150 Jahren gegründet. Das soll mit einem zweitägigen Fest im August gefeiert werden. Groß ist die Freude aber auch übergut 20 Anmeldungen für einen Neuimkerkurs.  

 

Wahlen und Ehrungen beim Bezirksimkerverein Triberg (von links, sitzend): Hubert Schwäble,Vorsitzender Helmut Finkbeiner, Paul Schwer und Kreisvorsitzender Bernd Möller.Hinten (von links) Paul Reimchen, Ralf Spadinger, Nikolaus Meier, EugenSchneider, Tim Schreiber, Josef Kuner und Marco Kimmig.  Bild: Volk

Im 150. Jahr des Bestehens des Bezirksimkervereins Triberg war dies keinegewöhnliche Jahreshauptversammlung. Ehrungen waren vorzunehmen, Ämter erneut zubesetzen, die Jubiläumsveranstaltungen zu besprechen und am Ende stand einfulminanter Vortrag von Kreisvorsitzendem Bernd Möller über „Honigbiene undÖkologie“.

Dem Vereingehören 68 Mitglieder an: 35 aktive, 30 passive und drei Ehrenmitglieder. DenAuftakt bildeten die Ehrungen. Für zehn Jahre Mitgliedschaft wurde RalfSpadinger vom Landesverband badischer Imker die Ehrennadel in Bronze mit einerUrkunde verliehen. Ehrenmitglied Siegfried Spöcker (Mitglied seit 1954) wurdevom Bezirksverein Triberg eine Ehrenurkunde gewidmet und dem Vorsitzenden desTriberger Imkervereins, Helmut Finkbeiner, wurde anlässlich seiner 20-jährigenMitgliedschaft vom Bezirksvorsitzenden Möller ein Kuvert überreicht.

Der Vorsitzendehatte über ein gutes Honigjahr 2013 zu berichten, von Juni bis Septemberherrschte Waldhonigtracht. An Aktivitäten waren die Pflege der Anlagen imLindengrund zu nennen: das Imkersommerfest, das Kinderferienprogramm und dieTeilnahme am Weihnachtsmarkt in Schonach. Natürlich trat die Planung desJubiläumsfestes in den Blick. Der Verein hat Großes vor. Ein Erfolg im Vorausscheint der Kurs für Einsteiger in die Imkerei zu werden. 21 Anmeldungen liegenbereits vor, stellte Finkbeiner erfreut fest.

Das ersteJubiläumsfest wird zwei Tage lang dauern (9./10. August). Ein Vortragszyklus imnächsten Jahr soll das Interesse der Bürger wachhalten. Eine Imkerchronik,basierend auf den Protokollen des Vereins ist in Vorbereitung. 2016 wird dieFestzeit mit der Ausrichtung des Badischen Imkertags in Triberg abgeschlossen.Die gesamte Organisationsarbeit hatte Schriftführerin Kathrin Krakeaufgelistet. Kassiererin Sabine Schwäble legte ihre Zahlen vor.

Zügig gingendie Wahlen über die Bühne: Stellvertretender Vorsitzender wurde Marco Kimmig,stellvertretender Schriftführer blieb Ralf Spadinger, stellvertretendeKassiererin war Beate Bürkle, sie wurde abgelöst von Tim Schreiber,Kassenprüfer wurde Paul Schwer. Zu Vereinsausschussmitgliedern wurden PaulReimchen (Triberg), Eugen Schneider und Paul Schwer (Schonach), Nikolaus Meier,Hubert Schwäble, Otto Wiesner (Nußbach) und Josef Kuner (Gremmelsbach) gewählt.

Die neuestenwissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Welt der Bienen legte KreisvorsitzenderBernd Möller mit Temperament und Witz einem gebannten Publikum dar. Ihre Bedeutung liegt in der Bestäubung der Blüten und da ist das Millionenheer derBienen im Frühjahr nicht durch andere Insekten ersetzbar, die einzelnüberwintern. Von Bienen bestäubte Blüten leiten Hormone in den Baum, die dasAbfallen der Früchte verhindern. Solche Früchte seien aromatischer undhochwertiger, wissenschaftlich bestätigt worden sei diese Erkenntnis an Äpfeln,Bohnen und Heidelbeeren. 80 Gramm Wachs tragen in einer Wabe drei Kilogramm Honig!Wachs sei damit der tragfähigste Naturstoff im Verhältnis zu seinemEigengewicht. Zum Wunderbarsten zähle ihre Orientierungsfähigkeit in einemUmkreis von drei Kilometer und ihre Mitteilungsfähigkeit für Ertragsquellen inder Dunkelheit des Stocks. Die Biene sei durch ihre Intelligenz dieeffizienteste Tierart. Die Befruchtung der Blüten hält die Nahrungsketteaufrecht, Samen sind Futter für Vögel, Mäuse und Insekten. Bienen selbst sindaber auch Nahrung für Vögel. Bis zu 1000 Bienen eines Stockes gehen so täglichim Sommer verloren, auch Königinnen auf dem Begattungsflug. Ihr auf den Rückengeklebter Farbpunkt wurde in Ausscheidungen von Mauerseglern gefunden. Bienenwerden als einzige Insektengruppe von Fachleuten (Imkern) flächendeckendbetreut.